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Reviews
Schwermetall (www.schwermetall.ch)
Cor Scorpii - Attergangar
Reviewed by Chrigi April 2006.
Kalte Rohkost aus den verschneiten Gärten Norwegens servieren uns
Cor Scorpii. In einer natürlichen, direkten Art veranschaulichen
einem die Gerichte, dass schwarzmetallischer Auftritt und
vereinnahmende, ausgereifte Kompositionen aus eingängigen, nicht
immer nur bösen Melodien, Tempovariationen und dezentem Keyboard auf
dem Plattenteller zu einem harmonischen Ganzen verschmelzen können.
Die sechs teils von den ehemaligen Windir rekrutierten Nordmänner
sind deswegen noch lange keine Stimmungskanonen, verbreiten aber zum
Glück nicht wie unzählige andere nur monotone Trostlosigkeit.
Das Demo "Attergangar" ist mehr als ein Hoffnungsschimmer am
Horizont für jene, denen purer Black Metal zu eintönig, grosse
Labelproduktionen zu wenig authentisch und Ensiferum und Co. leicht
skurril erscheinen. Die unaufdringliche, eher im Hintergrund
agierende Kreischstimme überzeugt genauso wie der sanft eingesetzte
pathetische Klargesang. Die Riffmuster vermeiden jede Disharmonie
und sind dadurch leider etwas leicht voraussehbar. Neben den
feinfühligeren Passagen wissen Cor Scorpii aber auch, was es
geschlagen hat, wenn es darum geht, die Augen zusammenzukneifen und
in einem wilden Ritt auf tobenden Gitarren hinter prasselndem
Schlagzeug durch die Dunkelheit zu rasen, durch Täler, überragt von
verschneiten Gipfeln, über Ebenen, nur vom eisigen Glanz des
Mondlichts erhellt, um schliesslich auf den Ruf einer vertrauten
Melodie wieder zur Besinnung zu kommen; sich die Zeit zu nehmen sich
umzublicken und sich der veränderten Umgebung bewusst zu werden; um
aus der Ferne eine Stimme wahrzunehmen, einsam und doch
hoffnungsvoll, die von einem Ende und einem Anfang erzählt, einer
Reise, einem Traum… der nach viel zu kurzer Zeit zu Ende geht.
Rating: 10/13
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